3. Dezember 2025 - Ankündigung
DraculaLand: Von 83 Grundstücken zu einem Milliarden-Resort
Wie landwirtschaftliche Flächen in Gherghița zur Grundlage eines Projekts aus Themenpark, Hotels, Veranstaltungen, Wassererlebnissen und digitaler Welt wurden.
DraculaLand wurde am 3. Dezember 2025 angekündigt und soll die Dracula-Erzählung in eine vollständige internationale Destination nahe Bukarest verwandeln. Der Artikel zeichnet Idee, Grundstücksbündelung, Masterplan und den weiterhin vorläufigen Zeitplan nach.
Zurück zur ZeitleisteMit der öffentlichen Vorstellung von DraculaLand am 3. Dezember 2025 wurde weit mehr als ein neuer Themenpark angekündigt. Präsentiert wurde eine 160 Hektar große Destination, die Unterhaltung, Übernachtung, Veranstaltungen, Handel und Technologie rund um eine weltweit bekannte Figur verbinden soll: Dracula. Das vom rumänischen Unternehmer Dragoș Dobrescu geführte und nach Angaben der Entwickler ohne öffentliche Mittel finanzierte Projekt umfasst eine private Investition von mehr als einer Milliarde Euro. Die Ambition reicht damit deutlich über eine Ansammlung von Fahrgeschäften hinaus: Nahe Bukarest soll ein Resort für mehrtägige internationale Aufenthalte entstehen.
Eine Idee aus einem Familienbesuch
Dragoș Dobrescu berichtet, dass die Idee bei einem Besuch in einem Themenpark mit seinen Kindern Gestalt annahm. Beim Vergleich mit den Erinnerungen an seine eigene Kindheit fiel ihm auf, dass sich die Technologie stark verändert hatte, während viele Grundprinzipien eines Parkbesuchs ähnlich geblieben waren. Daraus entstanden Recherchen zu internationalen Destinationen und die Suche nach einem Merkmal, das ein rumänisches Projekt in einem bereits von traditionsreichen Parks besetzten europäischen Markt unterscheiden könnte. Die Wahl fiel auf Dracula: eine weltweit bekannte Legende, die unmittelbar mit Rumänien verbunden, jedoch häufig anderswo vermarktet wird. Das Projekt will dieses Bild zurückholen und mit rumänischer Kultur, Landschaft und Erzähltradition verbinden.
Acht Jahre für 160 Hektar
Die konkrete Vorbereitung begann 2017 mit dem schrittweisen Erwerb landwirtschaftlicher Flächen in Gherghița im Kreis Prahova. Am Ende wurden 83 Parzellen zu einem zusammenhängenden Areal von 160 Hektar gebündelt. Für den Standort war die Erreichbarkeit entscheidend: die Nähe zu Bukarest und zum internationalen Flughafen Henri Coandă, die Anbindung an die Autobahn A3 und der Zugang zum Straßennetz rund um die Hauptstadt. Gleichzeitig bietet das Gelände genug Raum, um die unterschiedlichen Bestandteile des Resorts an einem Ort zu vereinen. Im Dezember 2025 galt der Grundstückserwerb als abgeschlossen, während die planungsrechtliche Umwandlung und die Genehmigungen noch weitergeführt werden mussten.
Ein Resort als zusammenhängendes Ökosystem
Der Themenpark bildet das Zentrum, ist aber nur ein Teil des Programms. Der angekündigte Masterplan umfasst außerdem eine Multifunktionsarena mit 22.500 Plätzen, drei Hotels mit rund 1.200 Zimmern, einen 50.000 Quadratmeter großen Wasser- und Thermalkomplex, ein Outlet für Mode und Wohndesign, eine 4,5 Kilometer lange Rennstrecke sowie ein 15.000 Quadratmeter großes Technologiezentrum für Gaming, künstliche Intelligenz und Kreativwirtschaft. Diese Mischung soll unterschiedliche Jahreszeiten und Zielgruppen abdecken: Familien, Veranstaltungsbesucher, Geschäftsreisende, Hotelgäste und Nutzer der digitalen Angebote. Die Zahlen beschreiben jedoch das angekündigte Programm und keine bereits gebauten Anlagen.
Der Themenpark als erzählerisches Zentrum
Der angekündigte Themenpark soll rund 780.000 Quadratmeter umfassen und aus sechs Bereichen bestehen. Moonlit District wäre ein vom historischen Bukarest inspirierter Eingang. Family Kingdom würde fantastische Wesen familienfreundlicher inszenieren. Transylvania soll traditionelle Dörfer, Karpatenlandschaft und rumänische Folklore verbinden. Dracula’s Castle wäre mit seinen Attraktionen und dem See das zentrale Wahrzeichen. Port of New Orleans verlagert die Erzählung zu Bayous, Jazz und Werwölfen, während London Town ein viktorianisches London der Vampirjagd aufgreift. Mehr als vierzig Erlebnisse sind vorgesehen, darunter Achterbahnen, Dark Rides, Wasserattraktionen, Shows und interaktive Abenteuer. Creative Studio Berlin wird als Partner für das Attraktionsdesign genannt.
Eine physische Destination mit digitaler Erweiterung
Die Technologie wird als eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale dargestellt. Vorgesehen ist ein mit Unreal Engine 5 entwickelter digitaler Zwilling des Resorts, in dem Nutzer die Destination aus der Ferne erkunden und an mit dem physischen Standort synchronisierten Veranstaltungen teilnehmen könnten. DraculaCoin ist als Token für Transaktionen und digitale Objekte angekündigt, während künstliche Intelligenz Teile des Erlebnisses personalisieren und Besucherströme analysieren soll. Diese Elemente gehören noch zur wirtschaftlichen und technischen Vision. Sie zeigen jedoch, dass DraculaLand nicht nur als Park nach einer alten Legende verstanden wird, sondern als Verbindung von populärem Kulturerbe, physischer Unterhaltung und digitalen Diensten.
Internationale Partner und eine erste Auszeichnung
Der Masterplan vereint mehrere internationale Fachpartner. Creative Studio Berlin und TDAC arbeiten am thematischen Entertainment, Piuarch und das Team von The Mall Firenze am Handel, RB+P und Optim Engineers an Architektur und Ingenieurwesen; weitere Partner sind für Inhalte, digitale Entwicklung und E-Sport angekündigt. Die Finanzstruktur wird Florin Cîțu über sein Beratungsunternehmen zugeschrieben. Bereits vor der öffentlichen Vorstellung hatte Răzvan Bârsan Partners die Dracula Land Arena als Konzept mit 22.500 Plätzen präsentiert. Im Dezember 2025 gehörte sie zu den Gewinnern des 52. Zyklus der World Architecture Community Awards in der Kategorie Architecture/Designed. Die Auszeichnung gilt dem architektonischen Entwurf und bedeutet nicht, dass die Arena gebaut wurde.
Ein ehrgeiziger Zeitplan unter Genehmigungsvorbehalt
Zum Zeitpunkt der Vorstellung hatte der Bau von DraculaLand noch nicht begonnen. Die Gemeinde arbeitete weiterhin am Planungsverfahren zur Umwidmung der Flächen und zur Vorbereitung der Baugenehmigungen. Ende 2025 veröffentlichte Angaben erwarteten eine Genehmigung etwa zur Jahresmitte 2026 und einen Baubeginn im September; eine erste betriebsfähige Phase sollte ungefähr achtzehn Monate nach Baustart folgen. Auch eine Eröffnung bereits 2027 wurde genannt. Diese Daten sind Entwicklungsziele und keine gesicherten Termine. Der Wechsel vom angekündigten Projekt zum Park im Bau hängt von wirksamen Genehmigungen und tatsächlich begonnenen Arbeiten ab.
DraculaLand erzählt damit von einer Ambition, die lange vor der öffentlichen Ankündigung aufgebaut wurde: eine Familienidee, acht Jahre Grundstücksbündelung, mehrere Jahre Studien und ein Partnernetzwerk rund um einen für Rumänien außergewöhnlich großen Masterplan. Das Projekt verfügt bereits über eine Identität, ein Gelände, Architekturkonzepte und ein detailliertes Erlebnisprogramm. Die entscheidende Etappe steht jedoch noch bevor: Visualisierungen und Zeitpläne müssen zu Genehmigungen, Bauarbeiten und schließlich zu einer tatsächlich besuchbaren Destination werden.
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